Geschichte

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Flexotecnica wurde 1979 im italienischen Galgano gegründet und begann mit der Produktion von Flexo-Druckmaschinen für Folien, Papier und anderen Materialen für den Markt flexibler Verpackungen. Hauptziel war die Entwicklung und Markteinführung praktikabler technischer Lösungen mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis für die zu bedruckenden Materialien.

Unter der Bezeichnung 724/726 und Radios wurden die ersten Maschinen in Turmbauweise für den europäischen Markt entwickelt, der damals als Heimatmarkt betrachtet wurde. Die darin enthaltenen innovativen Lösungen bescherten dem Unternehmen in vielen Ländern eine gute Stellung auf einem zunehmend wettbewerbsintensiveren Markt. Die wachsende Nachfrage und Produktion erforderte Mitte der 1980er Jahre den Umzug in ein neu erbautes Werk in Tavazzano (Lodi) nahe Mailand.

Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre führte Flexotecnica eine neue Schmalbahn-Baureihe mit Zentralzylinder in den Markt ein, die schnell unter dem Slogan „One man, one press“ bekannt wurde. Das neuartige Maschinenkonzept brachte dem Unternehmen eine Fülle neuer Aufträge und verstärkte erheblich die Marktpräsenz, denn Flexotecnica antizipierte mit der neuen Maschinenkonfiguration künftige Marktanforderungen im Flexo-Rotationsdruck.

Parallel wurden damals die ersten elektronischen Steuerungssysteme für Druckbeistellung, Registerkontrolle und weitere Funktionen mit der Möglichkeit der Abspeicherung der Einstellungsdaten entwickelt. Dies war ein entscheidender Schritt für die Steigerung der Druckqualität des Flexo-Verfahrens. Die damals noch als revolutionär betrachtete neue Steuerungstechnik war der Vorläufer für die elektronischen Steuerungssysteme in den Flexotecnica-Anlagen von heute, die Rüstzeiten, Anlauf- und Fortdruckmakulatur erheblich reduziert und dem Flexodruck damit neue Märkte geöffnet hat.

Neben den vorwiegend im Foliendruck eingesetzten Schmalbahnmaschinen entwickelte das Unternehmen 1989 eine der breitesten Flexo-Druckanlagen, die damals in Europa für Vordrucke eingesetzt wurden. Die MEGAS mit einer Bahnbreite von 3.100 mm wurde an eine schwedische Papierfabrik geliefert. Flexotecnica bestätigte seine Maschinenbaukompetenz und seine Fähigkeit, auch technische und verfahrenstechnische Herausforderungen zu meistern, die rigide Materialien wie Papier, Karton oder schwere Pappe stellen.

1994 wurde das Unternehmen mit Cerutti, einem führenden italienischen Hersteller bei Tiefdruckrotationen für den Illustrations- und Verpackungsdruck verschmolzen. Dieses Zusammengehen ermöglichte Flexotecnica weiteres Wachstum und führte 1996 zu einer Erweiterung des Werkes in Tavazzano. Kurz darauf war Flexotecnica einer der ersten Hersteller, der mit der Tachys eine Sleeve-Maschine für schnelle Jobwechsel einführte.

Über das Vertriebsnetz von Cerutti eroberte Flexotecnica einen beachtlichen Anteil im Flexomarkt Nummer eins, Nordamerika. Für diesen bedeutenden Markt wurde deshalb auch eine Flexo-Rotation in Reihenbauweise mit integrierter Rotationsstanze entwickelt, um fertige Kartonverpackungen in einem Durchlauf produzieren zu können.

Nach der Einführung der wellenlosen Antriebstechnologie zeigte Flexotecnica auf der drupa 2008 die weltweit erste 12-Farben Flexorotation in Zentralzylinderbauweise. Die Anlage ist bis heute noch ein Benchmark für den Flexodruck höchster Qualität auf flexiblen Verpackungen.

Der 3. Dezember 2013 war ein weiteres wichtiges Datum in der Firmenhistorie und eine gute Basis für weiteres Wachstum. Koenig & Bauer, der zweitgrößte Druckmaschinenhersteller der Welt und einer der international führenden Lieferanten bei Bogen- und Rollenoffsetmaschinen. beteiligte sich zu 90 % an der Flexotecnica S.p.A.

Mit der Integration in die KBA-Gruppe kommt die neue KBA-Flexotecnica S.p.A. ihrem Ziel, einer der führenden Player im Marktsegment flexibler Verpackungsdruck zu werden, ein gutes Stück näher. Das große Know-how innerhalb der Gruppe ermöglicht KBA-Flexotecnica die Erweiterung des Produktportfolios, kundenorientierte Hybrid-Anlagen mit unterschiedlichen Druck- und Veredelungsverfahren und eine stärkere internationale Präsenz durch das globale Vertriebs- und Servicenetz von KBA.

Technisch hoch stehende Produkte, eine dynamische und flexible Organisation und die strikte Orientierung an den Erfordernissen des Marktes machen es möglich, dass sich KBA-Flexotecnica unter den international führenden Technologielieferanten für das Marktsegment flexible Verpackungen positionieren kann.